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FIT in Deutsch

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FIT in Deutsch im Sommer 2020

Zeitungsartikel, erschienen in der Aachener Zeitung,im Regionalteil Jülich am 26. August 2020.
Online erschienen am 25. August 2020 um 13:03 Uhr.


Fit in Deutsch Pilotprojekt des Mädchengymnasiums und der
Fachoberschule für Ernährung

25. AUGUST 2020 UM 13:03 UHR | Lesedauer: 3 Minuten

Durch gemeinsames Lernen sind sie Freunde geworden: Die Teilnehmer der ersten FIT- Maßnahme in der Region mit ihren Betreuern Timo Ochsenbruch, Anette Brammen und Alissa Creme (hintere Reihe v. r.). Foto: Marzana Vomberg

JÜLICH. Die vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein- Westfalen entwickelte Maßnahme des Ferien Intensiv Trainings - Fit in Deutsch“ (FIT) bot neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern in den Sommerferien eine kontinuierliche Deutschförderung, die über die übliche Unterrichtszeit hinausging.

Bereits im Januar wurde vom Mädchengymnasium Jülich (MGJ) und von der im gleichen Gebäude untergebrachten Fachoberschule für Ernährung Jülich (FOS) diese Idee aufgegriffen, wobei erste organisatorische Vorkehrungen für die Sommerferien stattfanden. Nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie musste jedoch das für die Teilnehmer kostenlose Platzangebot aus Infektionsschutzgründen erheblich reduziert werden.

„Bei unserem ersten Treffen haben wir bemerkt, dass unter den 16 Teilnehmern viele Nationalitäten vertreten sind“, erklärt Timo Ochsenbruch, ein Referendar und Deutschlehrer am MGJ. Die Mädchen und Jungs, die nun die Jahrgangsstufen Acht bis Zehn besuchen, kommen ursprünglich aus Brasilien, China, Ägypten, Eritrea, Singapur, Syrien und aus der Ukraine. „Wir sind nicht nur die erste Institution, die FIT in der Region anbietet, sondern auch die Allerersten, die sich an diese Altersgruppe heran getraut haben“, erläutert Ochsenbruch. Bei einem für dieses Angebot obligatorischen Lehrerseminar in Köln wurden die Organisatoren vor einer, vor allem in dieser Altersgruppe, hohen Abbruchquote gewarnt. „Alle angemeldeten Teilnehmer, die wir in den Kurs aufnehmen konnten, sind auch gekommen und niemand ist bei uns abgesprungen“, berichtet der Lehrer mit einem Lächeln.

Darum, dass die Lerneinheiten nicht zu lang wurden, kümmerte sich vor allem Alissa Creme. Als Absolventin des Mädchengymnasiums im Bundesfreiwilligendienst sorgte sie mit Auflockerungsspielen für jede Menge Spaß und gute Laune unter den Teilnehmern. Die Leitung des FIT-Projekts übernahm die Schulleiterin der FOS Anette Brammen, die viele anerkennende Worte sowohl für ihr kleines Betreuerteam als auch für die Teilnehmer findet. „Unsere zertifizierten Sprachlernbegleiter machen es so gut, dass ich mich im Hintergrund halten kann“, erklärt sie, „wir alle waren neugierig, was in diesem Kurs passiert.

Es ist so schön zu erleben, wie dankbar und wie wissbegierig die Kinder sind“. Die Teenager kommen aus unterschiedlichen Schulen der Region und seien „so unglaublich höflich“ sowohl im Umgang miteinander als auch den Betreuern gegenüber. „Sie sind sehr lernwillig“, ergänzt Timo Ochsenbruch, „wir wollten es am Anfang eigentlich etwas langsamer angehen, doch bereits am zweiten Tag fragten die Teilnehmer, ob sie auch mehr lernen könnten. Erstaunlicherweise sind vor allem Grammatikübungen sehr begehrt“.

Sprache spielerisch lernen

Die sprachlichen Fortschritte der Kursteilnehmer seien in der Kürze der Zeit beachtlich. Sichtlich erfreut zeigt sich das Betreuerteam vor allem über die sprachliche Entwicklung der Schüler, die erst seit wenigen Monaten in Deutschland leben. „Am Anfang wirkten diese Jugendlichen noch etwas verloren und sprachen in keiner Sprache ein Wort, jetzt trauen sie sich und sprechen Deutsch“. Da wäre ein junges Mädchen aus Eritrea, das zunächst „panische Angst“ zu sprechen hatte und eines Tages freiwillig aus einer Lektüre vorlesen wollte. „Sie hat mir später gesagt, dass sie sich das in ihrer Schule noch nie getraut hat“, erläutert Ochsenbruch. Auch die anderen Schüler ziehen eine positive Bilanz. Ebaa Alkassar flüchtete vor ein paar Jahren mit ihren Eltern aus Syrien und wohnt jetzt in Titz. „In den Ferien den ganzen Tag nur zu lernen wäre vielleicht langweilig“ findet sie, „aber wir üben hier die Sprache auch bei tollen Spielen und haben sehr viel Spaß dabei“. „Das Schönste für uns alle hier ist neue Freunde kennenzulernen“, erklärt Xin Bing aus China, „aber das Wichtigste und Beste ist das Lernen“.

Auch von der Schule zeigten sich viele Teilnehmer begeistert und baten interessiert um nähere Informationen. Motiviert von dem erfolgreichen Verlauf und durchweg positiven Feedback wird von den Organisatoren bereits an eine Wiederholung der Maßnahme gedacht. Denn, wie Anette Brammen sagt, „wenn man die Kinder strahlen sieht, geht es nicht anders.

(mavo)




Fachoberschule für Ernährung Jülich und Mädchengymnasium Jülich bieten FerienIntensivTraining „FIT in Deutsch“ an.

Das Mädchengymnasium Jülich und die im gleichen Gebäude untergebrachte Fachoberschule für Ernährung Jülich bieten in den Sommerferien erstmalig das Programm „Fit In Deutsch“ an.

FIT – ein FerienIntensivTraining – wurde vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen entwickelt und bietet neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern eine kontinuierliche Deutschförderung, die über die übliche Unterrichtszeit hinausgeht. Mit diesem Angebot erhalten diese Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, auch in den Ferien ihre Deutschkenntnisse weiter zu vertiefen und sie zudem im Alltag anzuwenden.

Dabei wird das Lernen durch digitale Medien unterstützt und abwechslungsreich gestaltet, auch im Hinblick auf das Training notwendiger Aktivitäten des Alltags, wie z.B. Einkaufen und Sport.

Am Ende der Sommerferien (27.7.-7.8.2020) wird das Training mit zertifizierten Sprachlernbegleitern in den Räumlichkeiten der Schule jeweils montags bis freitags von 8-17 Uhr angeboten.

Eingeladen sind interessierte Schülerinnen und Schüler aller Schulformen, die im kommenden Schuljahr 2020/21 die Jahrgangsstufen 8-10 besuchen. Das Angebot ist für die angemeldeten Schülerinnen und Schüler kostenlos, das Platzangebot jedoch auch aus Infektionsschutzgründen stark begrenzt.

Die Bewerbung um einen der Plätze wird durch die Fachoberschule für Ernährung in Jülich schriftlich oder per E-Mail (info@fos-juelich.de) bis spätestens 19. Juni 2020 entgegengenommen.

Ansprechpartnerinnen: Anette Brammen (Schulleiterin der FOS) sowie
Brigitte Goebbels (Sekretariat), Tel. 02461/978316